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Computerprobleme – ein Kinderspiel
Anne und Melanie (beide 6) stehen Erzieherinnen mit Vorschlägen hilfreich zur Seite
Von Christiane Altenberger
Sie sind die Problemlöser im Kindergarten an der Munckerstraße. Wenn das Malprogramm spinnt, plötzlich ein Spiel auftaucht, das keiner kennt, dann rufen die Erzieherinnen nach Anne und Melanie. Die sind zwar erst sechs Jahre alt, aber mit den Computerspielen kennen sie sich aus. Die Kinder wissen manchmal mehr als wir, sagt Eva Schilling, Leiterin des Kindergartens. Gelernt haben die beiden ihr Know-how bei „Multimedia-Landschaften für Kinder“, einem Projekt, das das Schulamt zusammen mit dem Studio im Netz gestartet hat.
Im Rahmen dieses Projekts werden in städtischen Kindergärten zwei Wanderstationen mit je drei Multimedia-Computern und einem Farbdrucker installiert. Die Stationen wandern durch 14 Kindergärten, wo sie jeweils für vier Wochen installiert werden. Mit dabei in den Kindergärten: ein ganzer Satz von Spiel-Software. Vierjährige am Computer? In Pädagogenkreisen sind viele Berührungsängste da, weiß Edith Ilg, Fachberaterin für Kindergärten beim Schulamt, aber wir können uns aus dieser Entwicklung nicht ausklinken. Die Kinder wollen sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Angefangen hat diese Auseinandersetzung im Studio im Netz – 193 Kinder waren eingeladen, um erste Erfahrungen am Computer zu sammeln. Die Kinder waren absolut begeistert, haben immer wieder gefragt: „Wann gehen wir da wieder hin?“, so Frau Ilg.
Bevor jedoch die Computer in die Kindergärten kamen, waren die Eltern aufzuklären. Bei manchen Eltern löste das Stichwort Computer akute Ängste aus nach dem Motto: „Mein fröhliches, gesundes Kind setzt sich vor den Computer und steht sechs Stunden später krank, sprachlos und einsam wieder auf.“
Diese Ängste haben sich inzwischen gelegt und die Erfahrung vor Ort zeigt, dass sie weitgehend überflüssig sind. Die Erzieherinnen achten auch darauf, dass die Kinder nie länger als 15 bis 20 Minuten vor den Computern sitzen, und holen vor allem kreative Software auf den Bildschirm.
Das einsame Dämmern vor dem Computer ist wohl ohnehin eher Sache der Erwachsenen – die Kinder spielen immer zu zweit oder zu dritt an der Maschine. Eva Schilling hat beobachtet, dass die Kinder am Computer sehr friedlich miteinander umgehen, sie helfen sich gegenseitig, es gibt wenig Konflikte. Dabei entwickeln gerade Kinder, die sich sonst nur schwer auf etwas konzentrieren können, plötzlich ungeahnte Konzentrationszeiten. Eva Schilling kann sich deshalb die Computer als Dauereinrichtung im Kindergarten vorstellen.
Aufgaben:
1. Das Schulamt hat ein Projekt gestartet, bei dem
a) Computer in Kindergärten aufgestellt werden.
b) Computerspiele für Vierjährige entwickelt werden sollen.
c) Kinder neue Farbdrucker ausprobieren sollen.
2. Die Kinder
a) hatten großen Spaß bei dem Projekt.
b) wollten lieber draußen im Freien spielen.
c) wussten nicht, wann sie ins Studio im Netz gehen sollten.
3. Eltern fürchten, dass
a) der Computer ihren Kindern schadet.
b) ihre Kinder nicht so früh aufstehen können.
c) ihre Kinder vor dem Computer Angst haben.
4. Die Erzieherinnen
a) arbeiten jeden Tag 15 bis 20 Minuten am Computer.
b) spielen immer mit zwei oder drei Kindern am Computer.
c) wählen für die Kinder die Software aus.
5. Wenn die Kinder am Computer sitzen, dann
a) gibt es häufig Streit.
b) hilft ein Kind dem anderen.
c) können sich die meisten nicht lange konzentrieren.