Text für die Aufgaben
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Du oder Sie – das ist hier die Frage
Sprachliche Regeln am Arbeitsplatz
Häufig erscheint Ingvar Kamprad, Ikea-Gründer und -Besitzer, am Morgen unangemeldet am Hintereingang einer seiner Filialen. „Guten Morgen, ich bin der Ingvar.“ Das schwedische Möbelhaus ist das beste Beispiel für die Du-Kultur am Arbeitsplatz, denn alle Beschäftigten sprechen sich mit Du an.
Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden hat nun in einer Untersuchung festgestellt, dass mehr als 53 Prozent der befragten Personen alle Arbeitskollegen duzen. Wie zu erwarten, sind es vor allem die 16- bis 29-Jährigen (59 Prozent), die sich lieber schnell duzen. Bei den über 60-Jährigen sank die Zahl auf 14 Prozent.
Warum eigentlich sagt man am Arbeitsplatz immer öfter Du? Zum Beispiel pflegen Ikea, Greenpeace und McDonald’s alle das obligatorische Du. Damit wollen sie Vertrauen aufbauen und ein familiäres Umfeld schaffen.
Gegenüber den Kunden ist man jedoch vorsichtiger geworden. So hat Ikea im Verkaufskatalog statt dem Du wieder das Sie eingeführt. Man hofft, mit Sie mehr Leute, nicht nur Jüngere, anzusprechen.
Bis heute üblich ist das Du zum Beispiel in Schweizer Gewerkschaften. Viele Mitglieder sind sogar beleidigt, wenn sie mit Sie angesprochen werden. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall, und zwar bei der Polizei. Wer in Deutschland einen Polizisten duzt, riskiert eine Strafe. In der Schweiz hingegen findet man eine Anzeige wegen Duzens eines Beamten übertrieben. Polizisten werden sowieso kaum mit Du angesprochen, meint Hanspeter Fäh von der Zürcher Stadtpolizei.
Der Trend zum Du kann jedoch auch als sozialer Druck oder Zwang empfunden werden. Ein Du abzulehnen gilt nämlich als unfreundlich. Das hat Dieter S., Angestellter bei einem Textilgeschäft in Deutschland, erfahren. Ein Gericht entschied, dass er seine Kollegen weiterhin mit Du ansprechen musste.
So sehr das Du in der Gesellschaft auch an Bedeutung gewinnt, das Sie hat immer noch eine feste soziale Basis und kann diese sogar ausbauen. Benimmkurse, wo man Höflichkeit und die richtigen Umgangsformen lernt, sind heute im Trend. Immer mehr Firmen schulen ihre Mitarbeiter in stilvollem Verhalten.
Dazu gehören folgende Grundregeln: Die ältere Person bietet der jüngeren das Du an. Oft ist jedoch auch die Stellung entscheidend. Der ältere Mitarbeiter bietet seinem jüngeren Chef nie das Du an.
Aufgaben:
1. Die Firma Ikea benutzt heute das Du,
a) weil das ein Zeichen für eine familiäre Atmosphäre ist.
b) weil sie mehr jüngere Kunden gewinnen will.
c) weil so mehr Leute den Verkaufskatalog lesen.
2. In der Schweiz
a) gilt das Du in Gewerkschaften als Beleidigung.
b) werden Polizisten nur selten mit Du angesprochen.
c) wird man bestraft, wenn man zu Beamten Du sagt.
3. Eine Untersuchung hat gezeigt,
a) dass 14 Prozent der jüngeren Mitarbeiter das Sie vorziehen.
b) dass besonders jüngere Arbeitskollegen schneller das Du wählen.
c) dass sich alle Arbeitskollegen gern mit Du anreden würden.
4. Durch Kurse können Angestellte
a) höfliches Verhalten am Arbeitsplatz lernen.
b) ihre Stellung im Arbeitsleben verbessern.
c) neue Trends beim Einrichten des Arbeitsplatzes kennenlernen.
5. Probleme am Arbeitsplatz kann es geben,
a) wenn man das Sie ablehnt.
b) wenn man wegen eines Fehlers vor Gericht muss.
c) wenn man zu den Mitarbeitern Sie sagen will.