Text für die Aufgaben
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Verheiratet mit Handy und Computer
Die Woche mit sechzig bis achtzig Arbeitsstunden war für Volkmar Bergmann ganz normal. Der Gründer und Chefingenieur einer Software-Firma hatte von montags bis freitags einen Zwölfstundentag und arbeitete auch an Samstagen und Sonntagen. Das Geschäft ging sehr gut. Die Firma wurde immer größer: 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darauf konnte Volkmar Bergmann wirklich stolz sein.
Die Arbeit machte ihm Spaß, jedenfalls so lange, bis sein Sohn geboren wurde. Auf einmal fing er an, die Dinge in einem anderen Licht zu sehen und aus dem Stress mit Nacht- und Wochenendarbeit herauszukommen. Jahrelang gelang ihm das nicht. Erst als er sich entschlossen hatte, sein Leben vollkommen zu ändern, wurde es besser: Heute arbeitet Bergmann nur 20 Stunden die Woche, als Berater für die Firma, die ihm früher einmal gehörte. Er hat Zeit für die Kinder und sagt: „Ich bin zufriedener als jemals zuvor in meinem Leben.“
Glück gehabt. Anderen Vielarbeitern ist eine solche Änderung nicht möglich. Sie bleiben mit ihrem Schreibtisch verheiratet. Ein 24-Stunden-Arbeitstag ist der Trend, sagt Bryan E. Robinson, Professor in den USA. Millionen von Arbeitnehmern geben ihre ganze Kraft für ihren Job. Wir leben in einer Welt, die vor allem den Menschen alle Chancen bietet, für die die Arbeit das Wichtigste im Leben ist, den sogenannten Workaholics. Diese Menschen können Gutes nur noch in ihrer Arbeit tun. Sie haben längst die Fähigkeit verloren, ein Privatleben zu führen und sich um ihre Familie und ihre Freunde zu kümmern.
Die Schwierigkeiten der Menschen, die an der Krankheit Workaholismus leiden, nehmen ständig zu. Immer mehr Menschen laufen Gefahr, von ihrer Arbeit regelrecht aufgefressen zu werden. Das Ende dieser Entwicklung lässt sich leicht absehen: Die Mitarbeiter werden häufiger krank, Arbeitsfreude und Motivation nehmen ab, es kommt zu Fehlern und Pannen. Das Familienleben leidet.
Moderne Technik und Medien machen es möglich: Durch das Handy ist man überall und jederzeit erreichbar. Mit Laptops und Mini-Computern ist man unabhängig vom Arbeitsplatz und kann von jedem Ort der Welt aus im Internet surfen oder seine elektronische Post erledigen. Die räumliche Grenze zwischen dem Zuhause und dem Büro besteht für viele nicht mehr. Der Arbeitsplatz wird als Zuhause angesehen und das Zuhause wird zum Arbeitsplatz. Eigentlich waren die neuen Medien dazu gedacht, die Arbeit einfacher zu machen. In Wirklichkeit führen sie dazu, dass die Arbeit immer tiefer in den Bereich der Freizeit eindringt. Ein Privatleben, in dem man von der Arbeit einmal ganz abschalten kann, gibt es schon heute für viele nicht mehr.
Inzwischen gibt es Seminare für Arbeitskranke, in denen die Teilnehmenden lernen sollen, wieder zu leben und nicht nur zu funktionieren. Der Psychologe Ulrich Beer gibt seinen Patienten in einer solchen Situation einen einfachen Rat: Im Kalender müssen genauso viele private wie berufliche Termine stehen. Familie und Beruf sind gleich wichtig.
Aufgaben:
1. Volkmar Bergmann
a) wollte bei einer anderen Firma arbeiten.
b) wollte mehr Zeit für sein Privatleben haben.
c) wollte nur noch nachts und an Wochenenden arbeiten.
2. Es gibt viele Menschen,
a) die gerne einen anderen Schreibtisch hätten.
b) die heute bereits arbeitskrank sind.
c) die pro Woche nur noch 24 Stunden arbeiten.
3. Durch die moderne Technik
a) haben die Menschen mehr Zeit für das Privatleben.
b) kann die Arbeit fast überall erledigt werden.
c) wird es in Zukunft immer weniger Arbeit geben.
4. Laut Professor Robinson
a) wollen viele Menschen weniger arbeiten.
b) kann viel Arbeit den Menschen gut tun.
c) leben viele Menschen nur noch für ihren Beruf.
5. In Seminaren sollen die Teilnehmer lernen,
a) kranken Mitarbeitern zu helfen.
b) wie man die Arbeit im Büro besser organisieren kann.
c) ein gesundes Verhältnis zur Arbeit zu finden.