Gemeinsame Mahlzeiten in der Familie

Übung

Sie haben in einer Zeitschrift einen Artikel gelesen. Berichten Sie Ihrer Gesprächspartnerin/Ihrem Gesprächspartner darüber.
Ihre Gesprächspartnerin/Ihr Gesprächspartner hat eine andere Meinung dazu gelesen und berichtet Ihnen auch darüber.
Unterhalten Sie sich dann mit Ihrer Gesprächspartnerin/Ihrem Gesprächspartner über das Thema. Sagen Sie Ihre Meinung und erzählen Sie von eigenen Erfahrungen.

Person A: Sandra König, 39 Jahre, Verkäuferin

Bei uns zu Hause versuchen wir, mindestens einmal am Tag gemeinsam zu essen. Besonders das Abendessen ist für unsere Familie wichtig, weil tagsüber alle beschäftigt sind. Mein Mann arbeitet, die Kinder sind in der Schule und ich bin ebenfalls berufstätig. Beim Abendessen können wir endlich in Ruhe zusammensitzen und erzählen, was wir erlebt haben. Deshalb bleiben bei uns die Handys während des Essens weg. Natürlich klappt es nicht jeden Tag, weil manchmal jemand länger arbeiten muss oder die Kinder andere Termine haben. Trotzdem versuchen wir, so oft wie möglich gemeinsam zu essen. Am Wochenende kochen wir manchmal sogar zusammen. Für mich sind gemeinsame Mahlzeiten nicht nur zum Essen da. Sie geben uns die Möglichkeit, miteinander zu sprechen und Zeit als Familie zu verbringen.

Person B: Martin Scholz, 42 Jahre, Techniker

In unserer Familie essen wir nicht jeden Tag gemeinsam, und ich finde das nicht problematisch. Wir haben unterschiedliche Arbeits- und Schulzeiten, deshalb ist es oft schwierig, einen Zeitpunkt zu finden, an dem alle zu Hause sind. Meine Tochter hat zum Beispiel zweimal pro Woche Training, und ich komme manchmal erst spät von der Arbeit. Deshalb isst jeder oft dann, wenn er Zeit oder Hunger hat. Für mich bedeutet Familienzeit nicht unbedingt, dass man jeden Abend zusammen am Tisch sitzen muss. Wir verbringen auch auf andere Weise Zeit miteinander, zum Beispiel am Wochenende, bei Ausflügen oder wenn wir gemeinsam einen Film schauen. Natürlich finde ich ein gemeinsames Essen schön, wenn es gut in den Alltag passt. Aber ich möchte daraus keine Pflicht machen, weil das meiner Meinung nach nur zusätzlichen Stress verursacht.

Beispiel

Person A: In meinem Text geht es um eine Frau, die gemeinsame Mahlzeiten in der Familie sehr wichtig findet. Ihre Familie versucht, mindestens einmal am Tag zusammen zu essen. Besonders beim Abendessen können alle miteinander sprechen und erzählen, was sie erlebt haben. Während des Essens benutzen sie keine Handys. Was steht in deinem Text?

Person B: Bei mir geht es um einen Mann, dessen Familie nicht jeden Tag gemeinsam isst. Wegen unterschiedlicher Arbeits-, Schul- und Freizeitzeiten ist das oft schwierig. Er findet das aber nicht schlimm, weil man auch auf andere Weise Zeit als Familie verbringen kann.

Person A: Ich kann beide Meinungen verstehen, aber persönlich finde ich gemeinsame Mahlzeiten schon wichtig. Man hat dann endlich Zeit, miteinander zu reden.

Person B: Das stimmt. Andererseits ist es im Alltag manchmal wirklich schwierig. Wenn eine Person bis spät arbeitet und die Kinder Sport oder andere Termine haben, kann man nicht immer zusammen essen.

Person A: Da hast du recht. Jeden Tag muss es vielleicht nicht sein. Aber ich finde, man sollte zumindest versuchen, ein paar Mal pro Woche gemeinsam am Tisch zu sitzen.

Person B: Ja, das klingt realistischer. Bei uns zu Hause war das früher zum Beispiel auch nicht jeden Tag möglich.

Person A: Wie war das bei dir genau?

Person B: Mein Vater hat oft bis abends gearbeitet, deshalb haben wir unter der Woche manchmal ohne ihn gegessen. Am Wochenende haben wir aber fast immer gemeinsam gefrühstückt oder zu Mittag gegessen.

Person A: Das finde ich auch schön. Bei meiner Familie war besonders das Abendessen wichtig. Meine Mutter hat immer gefragt, wie unser Tag war.

Person B: Das ist eigentlich eine gute Gewohnheit. Beim Essen kann man Dinge besprechen, für die man sonst vielleicht keine Zeit hat.

Person A: Genau. Ich finde auch, dass Handys beim Essen stören. Wenn jeder nur auf sein Smartphone schaut, bringt das gemeinsame Essen nicht viel.

Person B: Da bin ich deiner Meinung. Wenn man schon zusammen am Tisch sitzt, sollte man auch miteinander sprechen.

Person A: Benutzt ihr zu Hause Handys beim Essen?

Person B: Manchmal liegt mein Handy auf dem Tisch, aber ich versuche, es nicht zu benutzen. Wenn ich eine wichtige Nachricht erwarte, schaue ich vielleicht kurz darauf. Und wie ist das bei dir?

Person A: Bei uns versuchen wir, die Handys ganz wegzulegen. Sonst schaut einer kurz darauf und danach machen es alle.

Person B: Das stimmt. Besonders bei Kindern finde ich klare Regeln sinnvoll.

Person A: Ein weiterer Vorteil ist für mich, dass man gemeinsam gesünder essen kann. Wenn jeder allein isst, nimmt man vielleicht schneller nur einen Snack.

Person B: Das kann passieren. Aber gemeinsames Essen bedeutet nicht automatisch gesundes Essen. Man kann auch zusammen Pizza bestellen.

Person A: Das stimmt natürlich. Trotzdem finde ich gemeinsames Kochen praktisch. Dann kann man zusammen entscheiden, was man essen möchte.

Person B: Ja, gemeinsames Kochen finde ich sogar fast wichtiger als das Essen selbst. Dabei kann jeder eine Aufgabe übernehmen.

Person A: Kochst du manchmal gemeinsam mit deiner Familie?

Person B: Ja, besonders am Wochenende. Einer schneidet Gemüse, jemand anderes macht den Salat und eine Person kocht. Das macht meistens Spaß.

Person A: Bei uns ist es ähnlich. Ich finde, Kinder können dadurch auch lernen, wie man Essen vorbereitet und Verantwortung übernimmt.

Person B: Da hast du recht. Trotzdem würde ich daraus keine feste Pflicht machen. Wenn jemand einmal allein essen möchte oder später nach Hause kommt, sollte das auch in Ordnung sein.

Person A: Ja, da stimme ich dir zu. Zu viel Druck wäre nicht gut. Wichtig ist wahrscheinlich eher, dass man regelmäßig Zeit füreinander findet.

Person B: Genau. Das kann beim Essen sein, aber auch bei einem Spaziergang, einem Ausflug oder einem gemeinsamen Abend zu Hause.

Person A: Dann kann man sagen, gemeinsame Mahlzeiten sind eine gute Möglichkeit für Familienzeit, aber sie müssen nicht jeden Tag stattfinden.

Person B: Ja, das sehe ich genauso. Entscheidend ist, dass man miteinander spricht und bewusst Zeit zusammen verbringt.